Berta Fischer – Museum gegenstandsfreier Kunst

Berta Fischer – Museum gegenstandsfreier Kunst 15.02 - 27.04.2025

Das Museum gegenstandsfreier Kunst in Otterndorf freut sich, die Ausstellung der Berliner Künstlerin Berta Fischer zu präsentieren. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl neuer Werke, die im Dialog mit älteren Arbeiten stehen und einen besonderen Einblick in Fischers künstlerische Entwicklung bieten.

Berta Fischer (geb. 1973 in Düsseldorf) hat mit ihren transparenten, schwebenden Skulpturen aus farbigem Acrylglas und glänzenden Kunststofffolien eine unverkennbare künstlerische Sprache entwickelt. Ihre Werke, die sie in Berlin konzipiert und realisiert, zeichnen sich durch die Verbindung präziser CAD-Entwürfe mit handgeformten Details aus. Sie spielen mit Licht und Reflexion und changieren dabei zwischen biomorphen und kristallinen Formen. Fischers Skulpturen definieren den Raum dynamisch neu und machen die Veränderlichkeit von Form und Material auf faszinierende Weise erfahrbar. Ein zentraler Aspekt ihrer künstlerischen Praxis ist die Übersetzung von Farbe in räumliche Dimensionen.

Berta Fischers Skulpturen zeichnen sich durch ihre innovative Nutzung von transparenten und fluoreszierenden Kunststoffen aus. Ihre Werke integrieren den Raum auf eine Weise, die die Betrachtenden optisch herausfordert. Sie überschreiten die Grenze zwischen Kunstwerk und Umgebung und erzeugen eine immersive Wirkung. Die oft im Raum schwebenden Skulpturen entwickeln eine dynamische Präsenz, die sich je nach Licht und Perspektive ständig verändert und die Wahrnehmung der Betrachtenden intensiviert.

Im Zentrum der Ausstellung stehen polychrome Acrylglasarbeiten, die durch ihre lebendige Farbigkeit und die präzise Formgebung eine fließende, organische Struktur entfalten. Durch die Verwendung von fluoreszierenden Farben und reflektierenden Materialien entsteht eine besondere Wechselwirkung zwischen Kunstwerk und Raum, die den Raum mit Farbe und Licht auflädt. Diese Werke fesseln den Blick und schaffen ein visuelles Erlebnis, das die Wahrnehmung der Betrachtenden kontinuierlich herausfordert und immer wieder neue Perspektiven eröffnet.

Neben den neuen Arbeiten gibt die Ausstellung auch einen Einblick in Berta Fischers frühes Werk. Ihre frühen Skulpturen zeichnen sich durch eine monochrome Farbgebung und eine Reduktion der Formvielfalt aus. Die reduzierten geometrischen Formen erzeugen eine kraftvolle Spannung zwischen statischer Struktur und dynamischer Bewegung. Im Laufe der Zeit öffnete sich Fischers Praxis einer organischen, fließenden Formensprache, die zunehmend mit Licht und Farbe spielt und eine noch intensivere Wechselwirkung mit dem Raum ermöglicht.

Berta Fischers Skulpturen überschreiten die Grenzen traditioneller Plastik, indem sie den Raum als integralen Bestandteil des Kunstwerks begreifen. Ihre Werke sind nicht nur physische Objekte, sondern entwickeln sich ständig weiter, indem sie mit ihrer Umgebung und den Betrachtern in Dialog treten. Diese einzigartige Verschmelzung von Form, Raum und Licht setzt neue Maßstäbe in der aktuellen Kunst.

In den vergangenen Jahren wurden Fischers Werke in bedeutenden internationalen Institutionen präsentiert. Hervorzuheben sind die Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden in Wuppertal (2024), die Präsentation in der Schirn Kunsthalle Frankfurt (2023) sowie die umfassende Werkschau im SCAD Museum of Art in Savannah, USA (2019). Ihre Arbeiten sind Teil bedeutender Sammlungen wie des Museum Ludwig in Köln und des Migros Museum für Gegenwartskunst in Zürich sowie privater Sammlungen in Nordamerika und Europa. Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit leitet sie die renommierte Konrad Fischer Galerie, die international für ihre bedeutenden Beiträge zur zeitgenössischen Kunst bekannt ist.

Ort:

Museum gegenstandsfreier Kunst
Marktstraße 10, 21762 Otterndorf
Fon: +49 4751 / 979999
Instagram: @museum.gegenstandsfreier.kunst
www.mgk-otterndorf.de

Im Laufe der Jahre hat das Museum seine Sammlung durch großzügige Schenkungen, Ankäufe und Leihgaben erweitert, wodurch es zu einem bedeutenden Ort zeitgenössischer Kunst avancierte. Die Verlagerung des Museums in das heutige Gebäude im Jahr 2007 war ein weiterer Meilenstein, der dem Museum nicht nur mehr Ausstellungsfläche, sondern auch einen zeitgemäßen Rahmen für seine Sammlung bot.

Anlässlich des Jubiläums bespielt das MgK die ehemaligen Orte, die Galerie in der Stadtscheune und das Museum gegenstandsfreier Kunst und lädt sieben Künstler:innen ein, Werke im Dialog zur Sammlung zu zeigen. Erstmalig werden die Skulpturen aus der Sammlung von Birte Bosse und Emil Walde installativ präsentiert. Zudem reagieren Cornelia Baltes, Conrad, Simon Halfmeyer, Anna Leonhardt und Irina Ojovan auf die malerischen Werke des Museums. Es entsteht ein Dialog, der die Vergangenheit mit der gegenwärtigen Kunst verknüpft.

Plastik: Berta Fischer, Ayallukris, 2025, Acrylglas und PET Folie mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin, Karin Guenther, Hamburg and Trautwein Herleth, Berlin, Foto: Roman März