Trägerschaft und Profil

Seit 1974 befindet sich das Museum gegenstandsfreier Kunst in öffentlicher Trägerschaft – zunächst beim Kreis Land Hadeln, seit der niedersächsischen Gebietsreform 1977 beim Landkreis Cuxhaven. In seinen Anfängen lag der Fokus auf Kunst nach 1945, insbesondere auf konkreten und konstruktiven Positionen sowie dem Informel.

Mit dem Wandel der Kunstlandschaft öffnete sich das Haus Ende der 1990er-Jahre für die gegenstandsfreie Kunst in ihrer gesamten Vielfalt. Diese Erweiterung ermöglichte es, neben der Konkreten Kunst auch Strömungen wie das Informel, die Farbmalerei, Hard-Edge-Positionen sowie raumgreifende Installationen einzubeziehen und das Profil des Museums zugleich zu schärfen und international weiterzuentwickeln.

Die Besonderheit des Hauses liegt in dieser konsequenten Spezialisierung. Der Begriff der gegenstandsfreien Kunst, der bereits in den 1920er-Jahren bei Künstlern wie Wassily Kandinsky oder Piet Mondrian Verwendung fand, beschreibt eine Kunst, die sich vollständig vom Gegenstand und dessen Abbild löst. Im Zentrum stehen Farbe, Linie, Material und Raum als eigenständige Ausdrucksträger. Die gezeigten Künstler:innen verstehen ihr Schaffen als eine Form künstlerischer Freiheit, die sich von der Wiedererkennbarkeit der sichtbaren Welt emanzipiert.

Seit 2024 richtet das Museum seinen Fokus verstärkt auf gegenstandsfreie Kunst, die durch digitale Medien geprägt ist. Zugleich wird bei der Auswahl der Künstler:innen ein ausgewogenes Verhältnis angestrebt, indem die Präsentation von Künstlerinnen gezielt gestärkt wird. Auch der Skulpturenbestand im öffentlichen Raum wird kontinuierlich weiterentwickelt und durch zeitgenössische, temporäre Positionen ergänzt.

Von 1991 bis 2024 wurde das Museum von der promovierten Kunsthistorikerin Dr. Ulrike Schick geleitet, die das Haus über mehr als drei Jahrzehnte hinweg maßgeblich prägte. In dieser Zeit etablierte sich ein kontinuierliches Ausstellungsprogramm mit mehreren Wechselausstellungen pro Jahr, die überwiegend von wissenschaftlichen Publikationen begleitet werden. Internationale Leihgaben werden dabei regelmäßig mit ausgewählten Werken aus der Sammlung in Beziehung gesetzt und auf zwei Etagen des Hauses präsentiert.

Zum weiteren Ausbau der Sammlung tragen der Verein von Freunden und Förderern des Studio A e.V., die Niedersächsische Sparkassenstiftung, die VGH Versicherungen sowie private Leihgeber:innen und Förder:innen bei.

Seit März 2024 leitet Wilko Austermann das Museum gegenstandsfreier Kunst.